Die Arbeitsgruppe Antirassismus beschäftigt sich mit den Dimensionen des strukturellen Rassismus im deutschen Gesundheitssystem sowie der universitären Lehre und dem Konzept des „white privilege“ im ärztlichen Beruf.

 

Wir wollen ein Bewusstsein für die Gefahren rassistischer Vorurteile in der Medizin schaffen, aufzeigen, wie sehr unsere Lehre auf die Gesundheitsversorgung der weißen Bevölkerung zugeschnitten ist und dass willkürliche Zuordnungen von Menschen zu einer bestimmten Ethnie in Forschung und Lehre noch immer stattfinden und Betroffene damit in Diagnostik und Therapie benachteiligen, mit mitunter tödlichen Folgen.

Uns ist bewusst, dass unser Weiß-sein bedeutet, Privilegien zu haben die uns uneingeschränkten Zugang zu Gütern, Versorgung und Bildung ermöglichen. Dieses Erkennen der eigenen Situation ist ein wichtiger Schritt der Annäherung an das Problem des Rassismus in allen gesellschaftlichen Ebenen.

Wir setzen uns mit dem Thema der willkürlichen ethnischen Zuordnung von Menschen in der medizinischen Forschung auseinander, die sich in vielen heutigen diagnostischen tools in Form eines „correcting for race“ oder auch „racial correction factor“ niederschlägt und deren tatsächlicher Nutzen für die Betroffenen in Wissenschaft und Forschung sehr umstritten ist. Neben der Schaffung eines Bewusstseins für das Thema, fordern wir außerdem eine Überprüfung der medizinischen Lehre auf rassistische Inhalte.

Nicht nur, dass unsere Diagnostik auf ein weißes Patient*innenklientel ausgelegt ist und damit nicht den tatsächlichen Bevölkerungsquerschnitt abbildet, in vielen Studien wurde außerdem belegt, dass nicht-weiße Menschen bei gleichen Krankheitsbildern oft eine inadäquate Behandlung erhalten, aufgrund falscher, auf „Rassezugehörigkeit“ basierender Annahmen.
Beispiele hier sind die Chronifizierung von Schmerzen durch unzureichende Therapie oder die erhöhte Sterblichkeit für „schwarze“ Frauen in den USA bei Herzinfarkten, die häufig übersehen und nur halb so oft behandelt werden wie in der weißen Vergleichsgruppe.

Neben all diesen institutionalisierten Problemen ist die alltägliche Erfahrung von Diskriminierung ein häufiger Auslöser psychischer und physischer Erkrankungen durch permanent erhöhte Stresslevel und strukturell beförderte Armut.

Die Studien, auf die wir uns im Essay „Über Rassismus in der Medizin“ berufen, stammen hauptsächlich aus dem Angloamerikanischen Raum – in Deutschland ist die Datenlage zu Rassismuserfahrungen noch zu ungenügend, um das Thema tiefer zu erforschen und daraus konkrete Handlungsvorschläge abzuleiten.
Dieser Mangel an Daten muss durch Forschung an unseren Unikliniken behoben werden, um jedem Menschen eine angemessene Behandlung zukommen zulassen.

 

Hier gehts zur Arbeitsgruppe!

Die Arbeitsgruppe Antirassismus beschäftigt sich mit den Dimensionen des strukturellen Rassismus im deutschen Gesundheitssystem sowie der universitären Lehre und dem Konzept des „white privilege“ im ärztlichen Beruf.

 

Wir wollen ein Bewusstsein für die Gefahren rassistischer Vorurteile in der Medizin schaffen, aufzeigen, wie sehr unsere Lehre auf die Gesundheitsversorgung der weißen Bevölkerung zugeschnitten ist und dass willkürliche Zuordnungen von Menschen zu einer bestimmten Ethnie in Forschung und Lehre noch immer stattfinden und Betroffene damit in Diagnostik und Therapie benachteiligen, mit mitunter tödlichen Folgen.

Uns ist bewusst, dass unser Weiß-sein bedeutet, Privilegien zu haben die uns uneingeschränkten Zugang zu Gütern, Versorgung und Bildung ermöglichen. Dieses Erkennen der eigenen Situation ist ein wichtiger Schritt der Annäherung an das Problem des Rassismus in allen gesellschaftlichen Ebenen.

Wir setzen uns mit dem Thema der willkürlichen ethnischen Zuordnung von Menschen in der medizinischen Forschung auseinander, die sich in vielen heutigen diagnostischen tools in Form eines „correcting for race“ oder auch „racial correction factor“ niederschlägt und deren tatsächlicher Nutzen für die Betroffenen in Wissenschaft und Forschung sehr umstritten ist. Neben der Schaffung eines Bewusstseins für das Thema, fordern wir außerdem eine Überprüfung der medizinischen Lehre auf rassistische Inhalte.

Nicht nur, dass unsere Diagnostik auf ein weißes Patient*innenklientel ausgelegt ist und damit nicht den tatsächlichen Bevölkerungsquerschnitt abbildet, in vielen Studien wurde außerdem belegt, dass nicht-weiße Menschen bei gleichen Krankheitsbildern oft eine inadäquate Behandlung erhalten, aufgrund falscher, auf „Rassezugehörigkeit“ basierender Annahmen.
Beispiele hier sind die Chronifizierung von Schmerzen durch unzureichende Therapie oder die erhöhte Sterblichkeit für „schwarze“ Frauen in den USA bei Herzinfarkten, die häufig übersehen und nur halb so oft behandelt werden wie in der weißen Vergleichsgruppe.

Neben all diesen institutionalisierten Problemen ist die alltägliche Erfahrung von Diskriminierung ein häufiger Auslöser psychischer und physischer Erkrankungen durch permanent erhöhte Stresslevel und strukturell beförderte Armut.

Die Studien, auf die wir uns im Essay „Über Rassismus in der Medizin“ berufen, stammen hauptsächlich aus dem Angloamerikanischen Raum – in Deutschland ist die Datenlage zu Rassismuserfahrungen noch zu ungenügend, um das Thema tiefer zu erforschen und daraus konkrete Handlungsvorschläge abzuleiten.
Dieser Mangel an Daten muss durch Forschung an unseren Unikliniken behoben werden, um jedem Menschen eine angemessene Behandlung zukommen zulassen.

antira@kritischemedizinmuenchen.de 

Kritische Medizin München © 2021