Diagnostik

Schnelltest, PCR-Test oder Antikörpertest – wann verwenden wir was?

Es gibt verschiedene Tests, die im Krankheitsverlauf unterschiedliche Indikationen haben. Grundsätzlich können die Test in zwei Kategorien unterteilt werden: Ein direkter Virusnachweis (PoC-Test und PCR-Test) oder einen indirekten Antikörpernachweis. Der PCR-Test gilt als zuverlässigster Test (Goldstandard) und sucht nach Virus-RNA. Das Probematerial wird meist aus dem Nasen-Rachenraum, seltener auch aus der Lunge oder dem Stuhl gewonnen. Er eignet sich zur Frühdiagnostik und ist circa ab dem 3. Tag bis zum 14. Tag nach Infektion positiv. Der Antigen-Schnelltest ist ein sogenannter Point-of-Care-Test, kann also direkt am Patient:innenbett verwendet werden und dient als Ergänzung zum PCR-Test. Dabei wird auf Virusantigene im Nasen-und Rachenraum getestet. Die analytische Sensitivität von Antigentesten liegt aufgrund des Testprinzips unterhalb der analytischen Sensitivität der PCR, die als Referenzmethode gilt. Es gibt auch PCR-Schnelltests, aber diese sind weniger zuverlässig. Mit dem  indirekten Antikörpernachweis wird die Reaktion des Immunsystems quantifiziert. Somit können die  die verschiedenen Erkrankungsstadien des Körpers gemessen werden.

 

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Die Sensitivität beschreibt wieviel Prozent von den tatsächlich Erkrankten vom Test als positiv erkannt werden, während die Spezifität beschreibt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein gesunder Mensch auch tatsächlich negativ getestet wird. 

Beispiel: Bei einem Test mit einer Sensitivität von 90% und Spezifität von 70% erkennt der Test von 100 Erkrankten 90 als positiv und 10 als falsch negativ. Von 100 Gesunden werden 70 negativ getestet, das heißt auch 30 falsch positiv.

 

Der positive prädikative Wert gibt die Wahrscheinlichkeit an, wie viele Personen, bei denen ein medizinischer Test positiv ausgefallen ist, auch tatsächlich erkrankt sind. Der positive prädiktive Wert ist auch abhängig von der Prävalenz einer Erkrankung in der Bevölkerung. Bei einer häufigen Krankheit ist die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich betroffen zu sein, um einiges höher als bei sehr seltenen Erkrankungen und einem positiven Wert. Der Der negative prädiktive Wert hingegen gibt an, wie viele Personen, bei denen ein medizinischer Test negativ ausgefallen ist, auch tatsächlich gesund sind.

Ein Antigen ist meist eine Proteinstruktur auf der Oberfläche eines Krankheitserregers, dass von dem körpereigenen Immunzellen als fremd erkannt wird. Daraufhin findet im Körper eine komplexe Immunreaktions statt, bei dem die B-Zellen mithilfe zahlreicher anderer Zellen (T-Zellen, Granulozyten, Makrophagen) passende Antikörper produzieren, die das Antigen binden und somit den Krankheitserreger unschädlich machen.

Prinzipiell ist die Aussagekraft der Schnelltests ist sehr stark abhängig von der aktuellen oder vermuteten Inzidenzlage. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist je nach Einsatzbereich unterschiedlich hoch. Eine Notaufnahme oder Praxis hat eine höhere Prävalenz, als ein Sportverein. Je geringer die Verbreitung des Virus ist, desto unzuverlässiger sind positive Testergebnisse, deshalb sollte immer bei einem positiven Schnelltest eine PCR-Testung erfolgen. Je höher jedoch die Anzahl an erkrankten Personen in einer Bevölkerung, desto unzuverlässiger sind negative Tests. Hier findet sich eine Grafik zum besseren Verständnis.

Es laufen aktuell viele Vergleichsstudien zur Validität der verschiedenen Tests (hier eine aktualisierte Übersicht), die daraufhin deuten, dass zwischen den verschiedenen kommerziell erhältlichen Tests erhebliche Qualitätsunterschiede (bspw. in Sensitivität und Spezifität) bestehen. Deshalb sollte je nach Einsatzbereich, entschieden werden, welcher Schnelltest verwendet wird. Beim Einsatz von Antigentesten in Situationen, in denen keine PCR-Testung zur Verfügung steht bzw. ein schnelles Ergebnis für das weitere Patientenmanagement benötigt wird, ist beispielsweise eine Sensitivität von ≥80% und eine Spezifität von ≥97% akzeptabel, wünschenswert wäre jedoch eine Sensitivität von ≥90% und eine Spezifität von ≥99%. 

Insbesondere bei asymptomatischen oder präsymptomatischen Personen liegen noch nicht viele Daten zur Handhabbarkeit und Verlässlichkeit der Antigen-Teste vor – eine herstellerunabhängige Validierung fehlt noch. Deshalb kommt bei einem Risikosetting (wie bei der Aufnahme einer Patient:in in ein Krankenhaus, wo sie potentiell kranke Menschen infizieren könnte) bisher ausschließlich die Referenzmethode (PCR-Test) zum Einsatz. 

 

 

 

 

Schnelltests dienen als Ergänzung zum PCR-Test. Er kann bei mangelnden PCR-Testkapazitäten (die ja auch mindestens eine Stunde dauern) bei einer Vorentscheidung über die aktuelle Infektiösität einer Person helfen. 

Ein positives Testergebnis bedarf zur Vermeidung falsch-positiver Befunde einer Nachtestung mittels PCR. In Anbetracht der potenziell erheblichen Konsequenzen inkorrekter Ergebnisse bestehen nicht nur an die Sensitivität von Antigentesten hohe Anforderungen, sondern auch an die Spezifität. So wäre bei niedriger Prävalenz/ Vortestwahrscheinlichkeit und geringer Testspezifität mit einer hohen Zahl falsch-positiver Ergebnisse und einer entsprechenden zusätzlichen Belastung des öffentlichen Gesundheitsdienstes durch Auferlegung und ggf. Rücknahme von Maßnahmen zu rechnen.

Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt, wie z. B. in der frühen Inkubationsphase oder ab der zweiten Woche nach Symptombeginn bzw. in der späten Phase der Infektion. Dies ist bei der Definition von Einsatzgebieten und bei der Interpretation negativer Ergebnisse zu berücksichtigen. Insbesondere in Situationen, bei denen ein falsch negatives Ergebnis gravierende Konsequenzen nach sich ziehen könnte (z. B. Eintrag einer nicht erkannten Infektion in ein Altenpflegeheim; Kohortierungsentscheidungen in Ausbruchsgeschehen) ist dem z. B. durch PCR-Bestätigungstest oder hochfrequente (z.B. im Abstand von 2 bis 3 Tagen) Nachtestungen (sequenzielle Testung) Rechnung zu tragen. Dies ist insbesondere im Rahmen eines Testkonzeptes mit regelmäßigem Einsatz eines entsprechenden Testes von Bedeutung.




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