Was bedeutet Diskriminierung?

Diskriminierung bezeichnet eine Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen aufgrund bestimmter Wertvorstellungen oder unreflektierter, zum Teil auch unbewusster Einstellungen, Vorurteile oder emotionaler Assoziationen. Diskriminierung führt zu gesellschaftlicher Benachteiligung [1].

Ableismus stammt aus der US-amerikanischen Behindertenbewegung. Der Begriff beschreibt die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen, indem Menschen an bestimmten Fähigkeiten – laufen, sehen, sozial interagieren – gemessen und auf ihre Beeinträchtigung reduziert werden.

Antisemitismus gilt als Sammelbezeichnung für alle Einstellungen und Verhaltensweisen, die den als Juden geltenden Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund dieser Zugehörigkeit negative Einstellungen unterstellen, um damit eine Abwertung, Benachteiligung, Verfolgung oder Vernichtung ideologisch zu rechtfertigen. Antisemitismus ist ein typischer ideologischer Bestandteil des Rechtsextremismus, kommt aber auch in anderen extremistischen Ideologien und Weltanschauungen vor.

Als Bodyshaming wird die Diskriminierung beziehungsweise Beleidigung von Menschen aufgrund ihres Körpers bezeichnet. Im Englischen meint to shame jemanden beleidigen, beschämen.Wer der idealen Norm, jung, vital, faltenfrei und dünn zu sein, nicht entspricht, wird abgewertet, beleidigt, ausgegrenzt.

Hate speech bezeichnet sprachliche Ausdrucksweisen von Hass mit dem Ziel der Herabsetzung und Verunglimpfung bestimmter Personen oder Personengruppen. Hate Speech ist damit ein Oberbegriff für das Phänomen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder Volksverhetzung im Internet und Social-Media-Räumen.

Unter Homofeindlichkeit versteht man die Feindseligkeit gegenüber gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehungen, die sich durch Diskriminierung und Gewalt ausdrücken kann. Wir verwenden bewusst nicht den Begriff „Homophobie“, da dieser eine pathologische Krankheitsbeschreibung der diskriminierenden und gewalttätigen Person suggeriert. 

Klassismus ist die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer vermeintlichen oder tatsächlichen sozialen Herkunft oder ökonomischen Position. Klassismus verhindert die volle gesellschaftliche Partizipation von bestimmten Gruppen.

Rassismus ist eine menschenrechtsfeindliche Ideologie der Ungleichtheit, die sowohl strukturell verankert ist, als auch interpersonelle/individuelle Aspekte beinhaltet und genutzt wird, um Menschen auf Grundlage tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale zu gruppieren. Diese Gruppierung beruht auf einer Einteilung in Menschen der eigenen Gruppe und eine Gruppe andersartig wahrgenommener und als “minderwertig” deklarierter Menschen. Rassistisches Handeln und Diskriminierungserfahrungen im Alltag sind Unterdrückungspraktiken, die kontinuierlich und systematisch sind, die bewusst oder unbewusst passieren und die explizit oder implizit sein können. Als Folge dessen erhalten Betroffene eingeschränkten Zugang zu materiellen und nicht-materiellen Ressouren in der Gesellschaft. Zusätzlich zu der sozialen Ungleichheit, die aus Rassismus resultiert, haben Rassismuserfahrungen auch einen direkten Einfluss auf die (psychische) Gesundheit.

 

Diese Rassismusdefinition basiert auf einer Vielzahl an Definitionen, die im folgenden nachzulesen sind!

Sexismus bezeichnet jede Form der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres zugeschriebenen Geschlechts. Durch diese Diskriminierungsform werden  Machtverhältnisse hergestellt und aufrecht erhalten. Sexismus bezieht sich auf gesellschaftlich erwartete geschlechtsspezifische Verhaltensmuster (Geschlechterstereotype) und schreibt den vermeintlichen zwei Geschlechtern eine bestimmte Rolle oder Wertigkeit zu. Auch wenn aus soziopsychologischer Perspektive gleichwohl auch cis-Männer von Sexismus betroffen sein können, haben sie aufgrund der vorherrschenden patriachalen Gesellschaftsstrukturen eine privilegierte Position. Deshalb sind primär weiblich gelesene bzw. Flint*- Personen von Sexismus betroffen. Sexismus ist systematisch und institutionell verankert.

 

 

* Als Cis werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

* FLINT* steht für Frauen, Lesben, Inter, non-binary und Trans* Personen.




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Literaturverzeichnis

  1. https://www.bpb.de/apuz/221573/diskriminierung-antidiskriminierung-begriffe-und-grundlagen
  2.  

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