Warnstreik von ver.di am 28.09.2020

Heute streiken die Beschäftigten der Münchner Kliniken im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen im öffentlichem Dienst. Wir als Kritische Medizin München waren dabei, um gemeinsam laut zu werden für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege. Im Angesicht des Coronavirus rückt endlich ins öffentliche Interesse, was schon seit Jahren durch eine profitorientierte Umwandlung des Gesundheitssystems verursacht wurde. Doch klatschen während der Krise ist nicht genug, es muss aktiv etwas an den katastrophalen Bedingungen geändert werden unter denen Pflegende im Gesundheitssektor arbeiten. Mit krankhaften Sparmaßnahmen kann kein Krankenhaus funktionieren! Ausbeutung und Druck darf nicht normale Beschäftigungsrealität sein! Deshalb stehen wir hier, weil wir als Medizin Studierende die Forderungen der Pflege nach fairen Löhnen und einer bedarfsorientierten Personalbemessung unterstützen. Wir wollen in einem System arbeiten, in dem Arbeit angemessen entlohnt wird und Beschäftigte Zeit für die Patienten und Patientinnen haben. Wir wollen interdisziplinäre Arbeit und flache Hierarchien! Wir wollen gemeinsam und auf Augenhöhe mit Pflegenden arbeiten. Pflegende und Ärzt*innen müssen gemeinsam für eine Verbesserung der Zustände kämpfen, damit nicht ein System zur Heilung von Kranken immer mehr Kranke produziert!

Die Pflegerinnen und Pfleger sind diejenigen, die die Patientinnen und Patienten gut kennen, täglich begleiten, bestärken. Sie halten die Station aufrecht, organisieren und vermitteln. Sie kümmern sich um Angehörige und darum, dass jede Patientin und jeder Patient gut versorgt ist – während und nach dem Klinikaufenthalt. Ohne Pflege läuft kein Krankenhaus! Aber auch alle anderen, die das Krankenhaus am Laufen halten sind unverzichtbar – egal ob Reinigungskraft, Fahrdienst oder Labormitarbeiter*in. Denn ohne sie können auch die besten Ärztinnen und Ärzte nichts bewirken.

Jetzt ist der Zeitpunkt, um gegen Ausbeutung und absurde Sparmaßnahmen vorzugehen. Deshalb fordern wir, dass die Löhne für Pflegerinnen und Pfleger steigen. Wir fordern, dass Auszubildende in Pflegeberufen eine Vergütungserhöhung erhalten. Und wir fordern bedarfsorientierte Personalbemessung und Einstellung von mehr Pflegekräften, um Betroffene zu entlasten.

Dafür wollen wir gemeinsam mit euch kämpfen! Für ein solidarisches Gesundheitssystem!

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